Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Stade

An der Fahrraddemo beteiligten sich Radfahrer unterschiedlichsten Alters

An der Fahrraddemo beteiligten sich Radfahrer unterschiedlichsten Alters © Foto: Daniel Beneke/Landkreis Stade

"Uns gehört die Straße": Fahrraddemo in Stade

Mehr Sicherheit für Radfahrer gefordert

Klingelnde Fahrräder, Lautsprechermusik und unüberhörbare Sprechchöre mit Sprüchen wie "Macht uns Platz, sonst gibt's Rabatz":

Kreiszeitung-Wochenblatt

Redakteur
Autor: Jörg Dammann
aus Stade

Auf einem Rundkurs rund um die Stader Altstadt demonstrierten Radler aller Altersgruppen für sichere Verkehrswege. Unter dem Motto "Uns gehört die Straße" traten Fahrradfahrer in die Pedale, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, den Radverkehr von politischer Seite mehr zu fördern.

Ausgerichtet wurde die Stader Fahrraddemo zum zweiten Mal als "Kidical Mass" -  in Anlehnung an die klassischen Protest-Radtouren, die sich bundesweit unter der Bezeichnung "Critical Mass" etabliert haben. Eingeladen hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Begleitet von der Polizei setzte sich der Demonstrationszug vom Parkplatz des Berufsschulzentrums an der Glückstädter Straße aus in Bewegung. Der ADFC-Kreisvorsitzende Stefan Heiland hatte bereits zum Auftakt deutlich gemacht, worum es den Teilnehmern geht: „Alle brauchen sichere Verkehrswege – dafür gehen wir heute auf die Straße.“

Die sogenannte „Kidical Mass“ richtet sich insbesondere an Kinder, Jugendliche und junge Familien. Ziel ist es, auf die Bedürfnisse der schwächsten Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen und sichere Wege für Radfahrer und Fußgänger einzufordern. Bereits im Herbst 2024 hatte der ADFC erstmals zu einer solchen Fahrraddemonstration in Stade eingeladen.

Landkreis war mit dabei
Unterstützung erhielt der ADFC vom Landkreis Stade. Arne Kramer, Leiter des Amtes Straßenverkehr, nutzte die Gelegenheit, um für mehr Verständnis für die Perspektive von Kindern im Straßenverkehr zu werben. „Uns ist wichtig, dass sich alle an die Verkehrsregeln halten“, sagte Kramer. Deshalb seien neben baulichen Maßnahmen auch Verkehrserziehung und Aufklärung wichtige Bausteine für mehr Sicherheit.

Perspektivwechsel mit Aha-Effekt
Besonders anschaulich wurde dies mit einem sogenannten „Tiefsehrohr“. Dieses spezielle Gerät versetzt Erwachsene optisch in die Perspektive eines Kindes. DieserPerspektivwechsel sorgt oft für einen echten Aha-Effekt: Wer durch das Rohr schaut, erkennt schnell, wie schwierig Straßenquerungen sein können, wenn parkende Autos die Sicht versperren oder Verkehrszeichen den Blick einschränken. Was für Erwachsene übersichtlich erscheint, wirkt aus Kinderhöhe plötzlich deutlich unübersichtlicher. Genau dieses Verständnis soll dazu beitragen, den Straßenverkehr sicherer zu gestalten. Der Landkreis hat inzwischen drei dieser Tiefsehrohre angeschafft. Sie können von Kommunen, Schulen, Kindertagesstätten, Vereinen und Verbänden ausgeliehen werden.

Warnwesten und Reflektorbänder
Rund um die Fahrraddemo gab es auf dem Gelände des Berufsschulzentrums ein umfangreiches Begleitprogramm. Polizei, Verkehrswacht und ADFC hatten einen Hindernisparcours aufgebaut, auf dem die jungen Teilnehmer ihr Geschick auf dem Fahrrad testen konnten. Außerdem wurden Warnwesten und Reflektorbänder verteilt, damit Kinder im Straßenverkehr besser gesehen werden.

Interessierte Kommunen, Verbände, Schulen, Kindertagesstätten und Vereine können sich zur Ausleihe eines „Tiefsehrohrs“ an den Landkreis Stade wenden - per Telefon (04141 - 12-3611) oder per E-Mail:  strassenverkehr@landkreis-stade.de.


https://stade.adfc.de/pressemitteilung/uns-gehoert-die-strasse-fahrraddemo-in-stade

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